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Geschichte des Marktes Obernzenn




Der Ort wurde wahrscheinlich im 8. Jh. gegründet. Zwischen 830 und 850 taucht als erster Name "Cenne" auf.

Um 1200 fiel Obernzenn neben anderen Orten an der oberen Zenn durch Erbschaft an die Burggrafen von Nürnberg aus dem Hause Zollern. Zum Schutz ihrer Besitzungen erbauten sie in Obern- und Unternzenn Wasserburgen und setzten dorthin Mitglieder der dem Zollernhaus verbundenen Dienstmannenfamilie Seckendorff.

Im Laufe der Zeit konnten diese ihre Ansitze als freies Eigentum erwerben. In der 2. Hälfte des 13. Jh. schenkte der Nürnberger Burggraf Konrad, "der Fomme", dem Deutschen Orden die Obernzenner Kirche mit dem Patronatsrecht neben verschiedenen Gütern im Ort und in der Umgebung. Nach einer Erbteilung (wohl noch vor 1300) saß die Linie der Seckendorff-Gutend in Obernzenn und die der Seckendorff-Aberdar in Unternzenn. Um 1600 kaufte Gottfried von Seckendorff-Aberdar die Hälfte des Rittergutes in Obernzenn. Seitdem sind beide Linien der Familie Seckendorff hier ansässig.

In der Markgrafenzeit war das Flüsschen Zenn die Grenze zwischen dem Markgrafentum Ansbach und dem Markgrafentum Bayreuth. Dadurch wurde auch der Ort geteilt. Der nördliche Teil gehörte zu Bayreuth, der südliche zu Ansbach. Im Jahre 1752 erhielt Christoph Ludwig von Seckendorff-Aberdar von beiden Markgrafen die Hochgerichtsbarkeit über Obernzenn, urphertshofen, den Wessach- und den Straßenhof. Es entstand ein souveräner Kleinstaat von 40 Quadratkilometern. Er endete mit Napoleon, unter dem Obernzenn 1806 bayerisch wurde.

Der kaiserliche Hofrat und Ansbacher Premierminister Christoph Ludwig von Seckendorff-Aberdar setzte durch, dass die Reichspostmeisterei von Thurn und Taxis dem Obernzenner Kleinstaat in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine Posthalterei genehmigte. Die Linien Nürnberg-Ansbach-Würzburg, Rothenburg-Heilbronn und Ansbach-Langenfeld führten durch Obernzenn. Die Poststation wurde 1809 wegen zu hoher Kosten aufgegeben.

Als im 18. Jahrhundert die Schlösser in der heute noch erhaltenen, reinen spätbarocken Architektur vollendet wurden, erhielten sie ihre Fassadenfarben und damit ihre Namen: das Rote Schloss der Freiherren von Seckendorff-Gutend und das Blaue Schloss der Grafen von Seckendorff-Aberdar.
 
Der Nordtrakt des Blauen Schlosses wurde um 1700 und der Ostflügel 15 Jahre später wohl nach Plänen von Gabriel de Gabrieli erbaut. Mit dem Westtrakt vollendete Christoph Ludwig von Seckendorff 40 Jahre danach den Bau. Das Rote Schloss wurde Mitte des 18. Jahrhunderts vermutlich nach Plänen von Leopold Retti und unter Hinzuziehung von Johann David Steingruber errichtet.

In den Jahren 1972 und 1978 wurden im Rahmen der Gebietsreform die Orte an der oberen Zenn zum Markt Obernzenn zusammengefasst.

Das Wappen des Marktes Obernzenn zeigt unter einem silbernen Schildhaupt mit dem Kreuz der Deutschordensritter auf rotem Grund, den zu einer Acht geschlungenen Lindenzweig, der zum Wappen der Familien Seckendorff gehört.



Spazieren Sie durch den historischen Ortskern von Obernzenn...



Die Schlösser

Als im 18. Jahrhundert die Schlösser in der heute noch erhaltenen, reinen spätbarocken Architektur vollendet wurden, erhielten sie ihre Fassadenfarben und damit ihre Namen: das Rote Schloss der Freiherren Seckendorff-Gutend und das Blaue Schloss der Grafen Seckendorff-Aberdar. Die Erbauer waren seinerzeit hohe Diplomaten und Militärs am Kaiserlichen Hof in Wien, am Königlichen Hof in Berlin und an den Markgräflichen Höfen in Ansbach und Bayreuth. Ihrer gesellschaftlichen Stellung entsprechend benötigten Sie repräsentative Häuser. Die vielfältigen diplomatischen Beziehungen brachten es mit sich, dass häufig Gesandtschaften zu empfangen und zu beherbergen waren.

 


Das Blaue Schloss der Grafen von Seckendorff-Aberdar

Der Nordtrakt wurde um 1700 und der Ostflügel 15 Jahre später wohl nach Plänen von Gabriel de Gabrieli erbaut. Mit dem West­trakt vollendete Christoph Ludwig von Seckendorff 40 Jahre danach den Bau. Die mit einem gusseisernen Geländer aus dem Jahre 1742 versehene Brücke über den Burggraben verbindet Schloss und Park, der nach alten Plänen im ursprünglichen Stil wieder hergestellt ist.

 


Das Rote Schloss der Freiherren von Seckendorff-Gutend

Das Rote Schloss wurde Mitte des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Leopold Retti und unter Hinzuziehung von Johann David Steingruber errichtet.

 



Wirtschaftshöfe der beiden Schlösser

Mit Scheunen, Ställen und Gesindewohnungen, erbaut im 18. Jh. Der ehemalige Pferdestall des Blauen Schlosses diente später als Poststelle und enthält heute das Seckendorff´sche Familien-Zentralarchiv.

 

 

Die Seckendorffstraße

 hieß früher „Die Speck“. Das war die Bezeichnung für einen Knüppeldamm, einen mit Baumstämmen befestigten Fuhrweg.


Ehemaliges Brauhaus mit Gastwirtschaft

der Freiherren von Seckendorff-Gutend.

 


Ehemaliges herrschaftliches Jägerhaus

danach Wohnhaus des letzten Postillons Michael Brehm. Im Untergeschoss des Hauses befanden sich die Ställe der Postpferde. Brehm legte von 1903 bis 1930 mit seiner Postkutsche zwischen Obernzenn und Oberdachstetten 332 000 km zurück. Das entspricht etwa der 8fachen Länge des Äquators.

 


Evangelische Kirche St. Gertraud

Sie war einst Sitz einer Urpfarrei. Der „Schwibbogen“ und die starken Mauern des Turmuntergeschosses und des Friedhofes zeigen, dass es eine Wehrkirche war. Unter dem Turm befindet sich eine Kapelle.  Mitte des 15. Jh. ließ Sixtus von Seckendorff einen Neubau errichten. Aus dieser Zeit sind noch weitere Teile des Turmes und des Chores erhalten.1528 wurde die Kirche evangelisch. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgestaltet. Das Langhaus riss man in der Mitte des 19. Jh. ab und ersetzte es durch einen größeren Neubau. Altar und Kanzel, beide neugotisch, stammen aus derselben Zeit, der Taufstein aus dem Jahre 1723. Epitaphen und Wappenschilder der Familien Seckendorff, die bis 1814 in der Kirche beigesetzt wurden, schmücken den Raum. Die Kirche ist in den 60er-Jahren unseres Jahrhunderts gründlich renoviert worden. Im angrenzenden alten Friedhof befinden sich nach Einrichtung eines neuen, nur noch die Grabstätten der Familien Seckendorff.

 


Ehemaliges Amtshaus

Gebäude der Freiherren von Seckendorff-Gutend mit der Jahreszahl 1565 und mit Steinmetzzeichen.

 


Der Wachhausbrunnen

Hier stand das „Wachhäusla“ der Ortspolizei und des Nachtwächters mit einem der ältesten Gefängnisse Frankens.

 


Marktplatz

Gasthaus "Zum Roten Ross:Das Gebäude war zeitweise Poststation. Inschrift: “Juncker Fridrich Allexander von Seckendorff zu Obernzenn. Dises Wiertshaus ericht.“ Im Haustürgewände die Jahreszahl 1577.
Rathaus: Als das Gebäude im 17. Jahrhundert erbaut wurde, kündeten Häuser aus Stein vom Reichtum der Eigentümer. Fachwerkhäuser waren die Häuser armer Leute. Deshalb wurden die dem Ortszentrum zugewandten Fassaden vorgemauert und verputzt - es entstand der Eindruck eines Steinhauses. Die Gebäuderückseite beließ man in ihrer ursprünglichen Form. Sie zeigt das konstruktive Fachwerk. Das Haus gehörte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Landgut, war von 1841 bis 1965 Schule, seitdem ist es das Rathaus. 
Gasthaus "Zur goldenen Krone": Ehemaliger Besitz der Freiherren von Seckendorff-Gutend. Über der Tür eine Krone und die Jahreszahl 1835.

 


Evangelisches Gemeindehaus

1988 mit Hilfe der Schinnerer´schen-Stiftung erbaut und unterhalten. Es ist unterteilt in einen Jugend- und einen Gemeindebereich.

 


Zenngrundhalle und das "Sensenmännla"

Im Jahre 1989 eingeweihte Dreifach - Mehrzweckhalle für örtliche und überregionale Veranstaltungen von Vereinen und Gruppen aller Art. Der Brunnen mit dem „Sensenmännla“, geschaffen von Brigitte Ranftl, wurde im Rahmen der Flurbereinigung errichtet. Der Mäher am kleinen Weiher ist Symbol dafür, dass der Bauer in mühsamer Arbeit die Kulturlandschaft gestaltet hat und sie erhält. Das Gesamtprojekt Flurbereinigung (Flurordnung und Ortserneuerung) wurde als wohlgelungene Gemeinschaftsleistung von Grundbesitzern, Marktgemeinde und Ämtern mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet.

 


Der Plärrer

der zentrale Platz des Ortes, wurde wahrscheinlich nach dem Nürnberger Plärrer benannt. Durch die früher weit ausbuchtende Zenn war der Platz ein Reich der Gänse. Seit der Verlegung der Zenn unter die Erde wird er für verschiedene Märkte genutzt.

 


Der See

wurde 1978 von der Flurbereinigung als Rückhaltebecken angelegt, um den Ort vor oft verheerenden Hochwassern zu schützen. Beliebt und genutzt als Freizeitsee zum Schwimmen und für Wassersport. Ein schöner Spazierweg führt um den See.

 

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